Fokus, Fokus, Fidibus

Was versteht man unter Fokus?

Die allgemeine Definition von Fokus lautet „Punkt, auf den alles gerichtet ist“. Das erklärt das Gefühl der Orientierungslosigkeit, wenn man den Fokus verloren hat. Man steckt fest. Man weiß schlicht nicht mehr, worauf man all seine Energie und Kraft richtet. Man setzt seine Stärken ohne Fokus nicht mehr gezielt ein. Man reagiert, statt zu gestalten. Man lässt sich treiben von den Anforderungen von außen, statt fokussiert sein Ziel zu erreichen. Grauenvoll, wie gelähmt raffen wir uns auf für irgendwas…

Voller Fokus sind wir schneller, stärker, sicherer! Gerade als Unternehmer:in ist das essenziell. Essenziell für sich selbst, für das Unternehmen und alle, die noch davon abhängig sind (Familie, Mitarbeitende, Dienstleistende, Liefernde, …).

Also, was verhindert deinem Fokus?

Was verhindert deinen Fokus?

Du selbst.

Nein, es folgt jetzt keine lange Liste. ABER du hast zu viel zu tun, es bleiben zu viele Aufgaben an dir hängen, deine Ziele waren unrealistisch, die ganze Welt ist gegen dich, es verändert sich alles, du hast zu viele offene Baustellen, das ist dir zur unsicher, … Das sind alles keine Gründe, die deinen Fokus verhindern. Das sind Ausreden. Du hast dich selbst in diesen Teufelskreis schlittern lassen. Das Gute daran: Du kommst auch selbst wieder heraus.

Du selbst und niemand sonst kann deinen Fokus verhindern oder für deinen Fokus sorgen.

Wie bekommst du deinen Fokus zurück?

  1. Fort mit dir!

Wer mitten im Chaos steht, kann keinen Überblick haben. Du musst weg von deinem Standpunkt, zumindest gedanklich. Sorge dafür, dass du komplett abschalten kannst, wirklich einen Schritt zurücktrittst, deinen Kopf einmal leerfegst. Du entscheidest, ob dir 10km Joggen schon genug helfen, ein Ausflug mit deiner Familie dich aus deinem Gedanken-Strudel reißen kann oder ob ein paar Tage Urlaub nicht das Beste wären. Hauptsache, du trittst erstmal einen Schritt zurück, ohne Wenn und Aber.

2. Ortskundig machen!

Wenn dein Kopf wieder völlig frei ist: Finde heraus, wo du stehst. Was tust du den ganzen Tag und die ganze Woche? Was bewirkst du? Worauf arbeitest du hin? Wie sind aktuell deine KPIs – und welche sind deine aktuellen KPIs? Wo läuft es gut? Wo hakt es? Was nervt dich?

3. Kläre deine Ziele

Wohin willst du? Welchen Weg willst du gehen? Hast du kurz-, mittel- und langfristige Ziele? Passen diese zu deinem großen Ziel? Willst du erstmal verkaufen oder läuft es schon gut? Musst du dich dem Team widmen oder braucht es gerade eher Marketing? Worauf willst du deinen Fokus richten?

4. Unsicherheit verwandeln in pures Glück

Male dir genau aus, wie du dich im Moment der Zielerreichung fühlst. Was hast du an? Wo bist du? Was siehst/hörst/riechst/schmeckst du? Wer ist bei dir? Wie sieht dein Konto aus? Was sagen die Menschen in deinem Umfeld zu dir? Wohin führt dich dein Fokus? Diesen kleinen Film kannst du dir immer wieder selbst vorspielen und damit deinen Fokus ganz bewusst schärfen.

5. Starte durch mit deinem Rückschlag

Vor kurzem sagte mir ein Klient, er fühle sich wie bei Monopoly: Er läuft im Kreis und im Kreis und kommt immer wieder zum Startpunkt. Dann habe ich ihn gefragt, was sich denn in jeder Runde verändert. Es waren die Straßen, Häuser und sein Konto. Genau passiert es im echten Leben: Du kommst gefühlt immer wieder an deinen Startpunkt, aber es ist doch Vieles anders. Wie kannst du das nutzen? Was lehrt dich deine bisherige Erfahrung? Wie kannst du Vorteile daraus ziehen? Wie kannst du den Fokus behalten, wenn du gerade einen Rückschlag hast?

6. Finde den Flow mit deiner Unsicherheit

Spoiler-Alarm: Du wirst niemals ohne Unsicherheit leben. Du kannst nämlich nicht alles kontrollieren und vorherbestimmen. Also? Lerne mit der Unsicherheit umzugehen. Finde heraus, wie du sie aushalten kannst. Blicke zurück und frag dich, wie du durch die letzten Unsicherheiten gegangen bist. Was hat dir geholfen? Was hat es schwerer gemacht? Was willst du zukünftig nutzen? Wie kannst du trotz Unsicherheit deinen Fokus behalten?

7. Ordne deine Kraft

Wo liegen deine Stärken? Worin sind andere stärker? Wie nutzt du deine Stärken aktuell? Wo vergeudest du Kraft? Wie kannst du deine Stärken besser nutzen? Was ist eine Stärke, die du selbst gar nicht an dir erkennst, die aber andere an dir bewundern? Wie kannst du sie anfangen zu nutzen?

8. Keine Macht dem Unsinn

Mach eine Not-to-do-Liste und schreib alles auf, was du ab sofort nicht mehr machen willst. Filtere aus deinen ganzen großen Aufgabenlisten alles heraus, was nicht bei dir bleiben soll. Was nervt dich? Was raub dir Energie? Was können andere besser & schneller erledigen? Worin bist du nicht gut? Was ist nicht zielführend? Was kannst du einfach weglassen? Was hat bisher deinen Fokus getrübt?

9. Umschichten

Delegiere, lagere aus oder streiche alle Aufgaben, die auf deiner Not-to-do-Liste stehen. Das geht wahrscheinlich nicht sofort, aber Schritt für Schritt. Du wirst dabei feststellen, dass es gar nicht so unglaublich aufwändig oder teuer ist, sondern dir sehr schnell große Freiheiten geben wird. Dein Fokus wird klarer und klarer.

10. Sei achtsam

Hinterfrage dich regelmäßig. Prüfe, ob noch alles passt. Ist das wirklich meine Aufgabe? Bin ich die beste Person, um das zu erledigen? Nutze ich meine Stärken ideal? Zahlt das auf mein Ziel ein? Bin ich absolut fokussiert?

11. Finde die Schönheit im Kontrollverlust

Es ist anfangs nicht leicht, nicht mehr alles selbst zu machen. Du hast nicht mehr alles selbst in der Hand. Du gibst die Kontrolle ab. Aber du warst es gewohnt. Veränderung braucht eine Umgewöhnung. Wenn du ins Straucheln gerätst, mach dir die positiven Seiten bewusst und führe dir die Vorteile immer wieder vor Augen.

12. Irgendwelche Kleinigkeiten

Lass dich nicht von Kleinkram ausbremsen. Es bleiben immer irgendwelche Kleinigkeiten zu tun, aber sie sollten nicht deinen Fokus ausbremsen. Sammle Kleinigkeiten und wenn du in der Stimmung bist, einen Termin für deinen Kleinkram hast oder oder oder, dann erledige am Stück so viel Kleinkram, wie du kannst.

13. Die stille Stunde für Unternehmer:innen

Wenn du jeden Tag nur eine einzige Stunde ohne Klingeln, Anrufe, Mails, Ablenkung, Fragen, Unterbrechungen hättest, was würdest du in dieser wundervoll ruhigen Stunde tun? Die meisten meiner Klient:innen sprudeln an dieser Stelle über vor Ideen. Du auch? Dann richte dir eine stille Stunde für dich ein.

14. Irgendwie schön?

Wenn dir die stille Stunde wie eine wundervolle Insel der Ruhe vorkommt, dann solltest du versuchen, deinen ganzen Alltag ruhiger zu gestalten. Streiche Pop-Ups, Push-Nachrichten, ständiges E-Mail-checken und alles, was dich immer wieder unterbricht.

15. Bleib dabei

Niemand ist absolut konsequent, aber je besser du auf dich und deinen Fokus achtest, desto besser behältst du ihn im Blick. Mach es dir immer wieder bewusst und handle nach deinen Zielen.

16. Und Schritt für Schritt

…kommst du ans Ziel! Was war nochmal dein Ziel? Wo hast du es aufgeschrieben? Ist das für dich immer gut sichtbar? Welche Zwischenziele willst du erreichen? Welche Schritte musst du dafür machen? Welcher Schritt ist nächste Woche fällig?

17. Sei täglich mindestens einmal zuversichtlich

Auf Knopfdruck zuversichtlich sein geht nicht? Oh doch! Such dir eine bestimmte Tageszeit: Zum Arbeitsbeginn, im Mittagstief, zum Feierabend, … Und dann mach dir bewusst, was du in den letzten 24 Stunden für deinen Fokus und deinen Erfolg getan hast.

Fokus, Fokus, Fidibus!

Wir alle straucheln hin und wieder. Das stärkt unseren Fokus-Muskel. Jeder „Rückschlag“ ist doch nur Training, um wieder aufzustehen. Deshalb nutze meine Tipps, entwickle dein persönliches Fokus, Fokus, Fidibus – und schon läuft es wieder rund!