Produkte und Dienstleistungen werden zunehmend auch auf Grundlage ihrer Nachhaltigkeit ausgewählt. Umweltschutz ist nicht mehr nur grünes Hobby, sondern längst als Notwendigkeit verantwortungsbewusster Menschen anerkannt.

Was ist klimaneutral?

Klimaneutralität besteht aus den beiden Komponenten der Verringerung auf das minimal Mögliche und dessen Ausgleich. Wer lediglich alles verbrauchte CO2 ausgleicht, andererseits aber keinerlei Maßnahmen zur Emissionsreduzierung ergreift, handelt nicht nachhaltig klimaschützend. Ein erster Schritt ist daher immer die Umsetzung sämtlicher Maßnahmen, mit denen man CO2 vermeiden und reduzieren kann. Erst danach wird das verbliebene CO2, dass man notwendigerweise verbraucht, mit sinnvollen CO2 reduzierende Projekten kompensiert.

Wie werde ich klimaneutral?

Vereinfacht gesagt gibt es drei Schritte:

  1. Vermeide so gut es geht die Entstehung von CO2 (nutze dein Fahrrad und lasse das Auto stehen)
  2. Reduziere deinen Verbrauch (steige auf energiesparende Geräte um)
  3. Berechne das CO2, dass du trotzdem verbrauchst und gleiche es aus (es gibt großartige Projekte: du kannst in den Bau energiesparender Öfen für schwach entwickelte Regionen investieren, Wiederaufforstung unterstützen, Biodiversität fördern, …)
Die drei Schritte zum klimaneutralen Unternehmen: Vermeiden, reduzieren, ausgleichen.

Bei der Berechnung des CO2-Verbrauchs werden alle Unternehmensbereiche evaluiert. Bezogen auf mein Unternehmen habe ich zusätzlich meinen privaten CO2 Verbrauch mit einberechnet (Beruf & Privates ergänzen sich einfach in vielen Bereichen):

  • Stromverbrauch
  • benötigte Hardware
  • eingesparte Arbeitswege
  • energieeffiziente Beleuchtung
  • saisonales Obst und Gemüse
  • Eier/Honig/viel Obst aus dem eigenen Garten
  • weniger als 2000 km pro Jahr mit dem Auto
  • Flug- & Schiffsreisen vermieden ich
  • viele weitere Faktoren

Falls dich dein eigener Verbrauch interessiert kannst du ihn zum Beispiel hier ganz schnell & einfach berechnen: https://uba.co2-rechner.de/de_DE/ Ich bin immer wieder erstaunt, mit welchen einfachen Mitteln wir als Unternehmen und ich als Privatperson auf einen geringen Anteil CO2-Verbrauch kommen und vor allem wie günstig der Ausgleich ist. Günstig vor allem im Vergleich zur „Abnutzung“ unseres Planeten. So kann man den CO2-Verbrauchs einen durchschnittlichen Menschen in Deutschland bereits mit rund 100 € ausgleichen.

Wie kannst du in deinem Unternehmen Kohlenstoffdioxid reduzieren?

Viele reden darüber, nicht ganz so viele werden tatsächlich aktiv. Daher bekommst du hier fünf CO2-Spar-Tipps zum sofortigen Umsetzen im Office & Zuhause:

  1. Trinke Wasser aus der Leitung! Es wird nicht abgefüllt, transportiert, gelagert, … und ist deutlich günstiger. Eine Win-win-Situation für dich und die Umwelt.
  2. Wenn du gleich Mittagspause oder Feierabend hast, schalte alle elektronischen Geräte und das Licht aus. Es hört sich so einfach an, aber kaum jemand nutzt diese Möglichkeit konsequent.
  3. Bleib‘ Zuhause. Auch nach Corona ist das Homeoffice ein wichtiger Klimafaktor und Büros können ganz neu genutzt werden – zum Beispiel für bezahlbaren Wohnraum. Bis dahin kannst du aber überlegen, welche weiteren Wege du sparen & zusammenlegen kannst.
  4. Räum um! Oder steht dein Schreibtisch schon ideal zum Lichteinfall? Mit dieser einfachen Maßnahme kannst du viel Strom sparen.

Stoßlüften steigert deine Effizienz! Zumindest, wenn du es mit kleinen Breakouts verbindest und regelmäßig nicht nur das Büro, sondern auch deinen Kopf kurz und kräftig durchlüftest. Stell dir einen Timer auf 90 Minuten, nimm dir ein Ziel vor, dass du in dieser Zeit erreichen willst und danach gibt es Frischluft.

Unsere Vorteile als digitales Unternehmen

Das Auto und der tägliche Weg auf die Arbeit sind die offensichtlichsten Vorteile, die wir als digitales Unternehmen genießen. Unser Team arbeitet absolut ortsunabhängig. Wir verbrauchen kein Benzin, fahren keine Reifen ab und verlängern keinen Stau. Die Vorteile für die Umwelt liegen klar auf der Hand. Doch auch die so oft angeprangerte Work-Life-Balance profitiert von dem Fehlen der Pendelzeiten und Parkplatzsuche.

Wir haben kein 90m²-Büro angemietet, um einen Arbeitsort zu schaffen, zusätzliche Räume zu heizen und zu beleuchten. Dort wo wir uns gut fühlen und effizient sind, arbeiten wir auch. Räume, die sowieso vorhanden sind und nicht zusätzlich geheizt werden, sind unsere logische Konsequenz. Tatsächlich gelten uneffizient genutzte Büros als einer der größten Klimakiller.

Die Vermeidung von Plastik und Papier sind mir schon vor der Gründung ein großes Anliegen gewesen. Dank unserer digitalen Arbeitsweise können wir fast auf jedes Papier verzichten. Bei Neuanschaffungen versuchen wir Alternativen mit wenig oder möglichst gar keinem Plastikanteil zurückzugreifen. Unseren größten Impact haben wir aber hoffentlich durch Inspiration. Wir hinterfragen, diskutieren und tauschen uns gerne zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz aus – im Team und auch mit unseren Kund:innen. Für mich persönlich ist der größte aha-Moment der Energieverbrauch beim Streaming gewesen. Durch das Herunterladen meiner Playlist spare ich bei jedem erneuten Abspielen Energie – das war mir vorher nicht so klar. Aber wenn ich jetzt streame, dann wenigstens im WLAN. Das verbraucht pro Stunde 50 Gramm CO2, während der UMTS-Standard im Mobilfunknetz ganze 90 Gramm verbraucht.

Fazit

Klimaneutralität ist sinnvoll, einfacher zu erreichen als gedacht und bedeutet in vielen Bereichen einen Wettbewerbsvorteil. Niemand muss ab sofort perfekt sein, aber wir alle können ohne großen Aufwand einen wichtigen Beitrag leisten.